Online-Glücksspiel wird immer erfolgreicher

Kaum eine Branche kann sich an einem ähnlichen Zulauf erfreuen wie das Online Glücksspiel. Seit Jahren wächst der Umsatz mit Online Sportwetten und Casinos. Eine Ende scheint dabei nicht in Sicht zu sein. Stattdessen rechnen Anbieter mit einer weiteren Steigerung in den kommenden Jahren. Vor allem bei mobilen Endgeräten soll ein deutlicher Zuwachs erreicht werden.

Knapp ein Zehntel des Gesamtumsatzes

Aufgrund der rechtlichen Lage können zuverlässige Daten nicht erhoben werden. Allerdings gehen Schätzungen davon aus, dass der Umsatz der Glücksspielbranche sich immer stärker ins Netz verlagert. Von rund 389 Milliarden Euro weltweit sollen inzwischen gut 34 Milliarden durch Online-Angebote eingenommen werden. In Deutschland selbst hat sich der Umsatz mit Online Angeboten Schätzungen zufolge bereits 2010 an die Einnahmen durch stationäre Angebote angeglichen. Zudem wird geschätzt, dass der Glücksspielmarkt weltweit in den nächsten fünf Jahren um weitere zehn Prozent wachsen wird. Ein Großteil des Zuwachses in westlichen Ländern verspricht sich die Branche im Mobile Gambling. Casinos für das Smartphone werden inzwischen von allen großen Anbietern gestellt.

Derzeit sollen nur rund ein Prozent der Inhaber von mobilen Endgeräten dieses auch für Mobile Gambling nutzen. Der Markt legt jedoch immer stärker zu und Software-Entwickler und Online Casino-Betreiber gehen davon aus, dass sich innerhalb der nächsten Jahre weiterhin bedeutende Wachstumschancen in diesem Bereich ergeben.

Online Gambling wird zur Konkurrenz

Dies stellt auch stationäre Angebote vor eine große Herausforderung. Ein Großteil der deutschen Casinos ist inzwischen ein Verlustgeschäft und mehrere Spielbanken sind von der Schließung bedroht. Obwohl die rechtliche Lage nach wie vor strittig ist, haben Online Casinos ihren anfänglich schlechten Ruf längst ablegen können. Seriöse und professionelle Anbieter sorgen dafür, dass sich Spieler auch online sicher fühlen können.

Vor allem Online-Sportwettenanbieter sind durch Sponsoring und Werbung inzwischen als vollwertige Alternative zum Wettbüro gesellschaftlich akzeptiert. Zwar sind von rund 15.000 Glücksspielseiten in Europa rund 85 Prozent als illegal zu bezeichnen, allerdings ist dies nicht unwesentlich ein Problem der rechtlichen Lage. Der Großteil der Online Casinos und Sportwettenanbieter bemüht sich darum, den Spielern durch Vertrauenswürdigkeit eine gleichwertige Alternative zu herkömmlichen Spielbanken und Spielotheken zu bieten.

Politik muss auf Trend reagieren

Bedauerlich ist, dass die Politik EU-weit noch nicht ausreichend auf die starke Tendenz zum Online-Glücksspiel geantwortet hat. Gerade Deutschlands Politik versagt mit dem Glücksspielstaatsvertrag. Eine Sperrung von illegalen Angeboten scheint technisch zudem unmöglich.

Ein reines Verbot würde mit großer Wahrscheinlichkeit nur weiterhin dazu führen, dass Spieler illegale Angebote nutzen. Sinnvoller scheint es zu sein, Online Casinos strenger zu regulieren und sie aus der rechtlichen Grauzone zu heben. Zwar argumentiert Deutschland für das Staatsmonopol mit der Spielsuchtgefahr, allerdings führt die momentane Situation dazu, dass der Spielerschutz vernachlässigt wird. Sinnvoller wäre eine Regulierung, die dafür sorgt, dass Online Casinos suchtgefährdete Spieler selbst stärker schützen.

Henry Krasemann zum Thema Online-Glücksspiel

Casino und Spieler: Verantwortung übernehmen

Wer schon einmal in Internet gespielt hat weiß, dass das Spielen unglaublichen Spaß macht und ein spannender Zeitvertreib sein kann. Millionen von Menschen entdecken Tag für Tag das Spiel für sich und genießen die moderne Unterhaltung, die einem an jedem Ort der Welt zur Verfügung steht: Automatenspiele, Tisch- und Kartenspiele mit spannenden Grafiken und modernem Sound. Aber diese immerwährende Verfügbarkeit von Glücksspielen kann Probleme mit sich bringen, denen sich die Casino Anbieter in verantwortungsbewusster Weise stellen müssen. Und das tun sie auch, denn seriöse und erfolgreiche Online Casinos tun alles dafür, um Spielsucht zu bekämpfen.

person-731484_640

Aber auch der Spieler kann etwas dafür tun und selbst Verantwortung übernehmen: Bevor man sich nämlich für ein Casino entscheidet, sich registriert und seine Einzahlung macht, sollte man auf der entsprechenden Internetseite nachsehen, ob das Casino über ein Reglement für verantwortungsvolles Spielen verfügt. Denn dort erfährt man alles über Konsequenzen für Spielsüchtige und erhält Hilfestellungen und hilfreiche Tipps. Und das kann man selbst tun, um sich zu schützen:

  • Als Spieler kann man sein Casino-Spielerkonto sperren lassen. Das geht ganz einfach mit einer E-Mail, mit der man den Kundendienst kontaktiert.
  • Auf die Kreditkarte verzichten und sie einer Vertrauensperson geben, die die Ausgaben kontrolliert.
  • Einfach mehr Zeit mit Leuten verbringen, die Glücksspiele nicht mögen und sich mit anderen Dingen beschäftigen.

Eigentlich spielen die meisten Menschen im Internet, um Spaß zu haben, sich die Zeit zu vertreiben. Aber es gibt auch Internetnutzer, die nicht mehr in der Lage sind ihr Spielverlangen unter Kontrolle zu halten. Der Verlust dieser Kontrolle über die Computernutzung zum Spielen wird als Spielsucht bezeichnet und ist unter Ärzten eine anerkannte Krankheit.

Den Casinoanbietern reicht es bei weitem nicht aus, nur die Spielerkonten Spielsüchtiger zu sperren, sondern sie arbeiten verantwortungsvoll auch mit Institutionen zusammen, die den Spielern weiterhelfen können. Unter Online-Spielern sind es im Übrigen nicht mehr als ein Prozent, die Probleme haben und gefährdet sind…

Versteuerung von Gewinnen in Online-Casinos

Viele Spieler fragen sich, ob sie die Gewinne aus dem Online Casino versteuern müssen. Die Rechtslage ist dabei eindeutig: Glücksspielgewinne werden nicht besteuert. Allerdings gibt es einige wenige Ausnahmen, die vor allem das Spiel in ausländischen Casinos und Profispieler betreffen. Dieser Artikel ist ein Ratgeber und stellt keine steuerliche Beratung dar!

Rechtliche Grundlage in Deutschland

Gewinne aus Glücksspielen werden in der Regel nicht als Einkommen. Demzufolge müssen Casino-Gewinne in Deutschland nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Da herkömmliche Spielbanken nicht kontrollieren können, wie viel jeder Gast einsetzt, stellen sie auch keine Quittung aus. Der Spieler hätte also überhaupt kein ausreichende Möglichkeit, seinen Gewinn und seine Verluste nachzuweisen.

Wird der Gewinn hingegen angelegt, handelt es sich bei den Zinsen um Kapitaleinkünfte, die versteuert werden müssen.

Sonderfall: Profispieler

Anders sieht dies bei Profispielern aus. Bei ihnen werden Gewinne als Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit behandelt. Wann es sich beim Glücksspiel um eine gewerbliche Tätigkeit handelt, wird jedoch nicht eindeutig definiert.

Folgende Anzeichen sprechen jedoch dafür:

  • Der Spieler verbringt mehr als 20 Stunden in der Woche mit dem Glücksspiel. Dazu zählen auch Vor- und Nachbereitungen von Turnieren, nicht nur die reine Spielzeit.
  • Der Spieler kann seinen Lebensunterhalt aus seinen Gewinnen finanzieren.
  • Der Spieler geht keiner anderen Tätigkeit nach.

Treffen diese Merkmale zu, geht das Finanzamt in der Regel davon aus, dass es sich um einen gewerblichen Profispieler handelt, und definiert seine Gewinne als Einkommen. Ist dies der Fall, müssen sie nach dem normalen Steuersatz versteuert werden. Von dieser Regelung weniger betroffen sind jedoch reine Glücksspiele wie Spielautomaten, Roulette oder Black Jack. Hier haben Spieler keine Einflussmöglichkeiten hinsichtlich des Spielergebnisses. Bei Poker geht die Rechtsprechung jedoch davon aus (wie jüngst das FG Köln im Falle Eddy Scharf im Oktober 2014) dass Spieler sich aufgrund ihrer Fähigkeiten durchsetzen und der Zufall eine untergeordnete Rolle spielt. Demzufolge wird Poker von deutschen Gerichten eher als Geschicklichkeitsspiel gesehen und Einkünfte hieraus sind steuerpflichtig, wenn der Spieler als Profispieler bezeichnet werden kann.

Sonderfall 2: Gewinne aus dem Nicht-EU-Ausland

Wer hohe Summen im Ausland gewinnt, muss unter Umständen Einfuhrsteuern zahlen, wenn er es in die EU einführt. Betroffen sind alle Staaten, die kein zwischenstaatliches Abkommen mit der EU geschlossen haben. Sonst müssen deutsche Spieler laut dem Doppelbesteuerungsabkommen ihre Gewinne lediglich im eigenen Land versteuern. Da in Deutschland keine Steuern auf Glücksspielgewinne anfallen, erhält der Spieler das Geld steuerfrei. Wer das Geld auf einer Reise gewonnen hat, sollte jedoch vorsichtig sein und es nicht bar mit sich führen. Ab einer Höhe von 10.000 Euro müssen dann Einfuhrsteuern entrichtet werden. Zudem droht Ärger mit dem Zoll, wenn der Spieler nicht nachweisen kann, woher er das Geld hat.

Gänzlich steuerfrei ist übrigens kein Gewinn: Die Casinos müssen Steuern an ihr Herkunftsland entrichten und geben dies an ihre Kunden weiter. Je nach Staat kann dies sogar der größte Posten beim Bankvorteil sein.

Zu Bet-Strategien in Online-Casinos